Grüne Energie
zukünftig auf Abruf

© ECO STOR GmbH

Ein Beitrag von Andrea Hamann-Richter

Warum in Förderstedt durch die Firma Eco Store einer der deutschlandweit größten Batteriespeicher für Strom aus Solar und Windkraft entsteht und wie dieser riesige Akku für die Energiewende funktioniert.

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Eine Frage stellte sich lange: Wie kann überschüssiger Strom aus Wind und Sonne gespeichert werden, um ihn genau dann ins Netz zu geben, wenn er gebraucht wird? 

Die Antwort findet sich im Salzlandkreis in Förderstedt bei Staßfurt. Dort wird von der Firma Eco Store eines der deutschlandweit größten Batteriespeicherprojekte umgesetzt, um genau das möglich werden zu lassen. Ziel ist es, im Frühjahr 2027 komplett mit der Anlage von der Unternehmenstochter Eco Power Three an den Start zu gehen. Ab dann könnten bei Bedarf bis zu 500.000 Haushalte gleichzeitig für zwei Stunden mit Strom versorgt werden. Zum Vergleich: Magdeburg hat etwas mehr als 130.000 Haushalte. 

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Warum die Wahl auf Förderstedt fiel

Der Standort Förderstedt erwies sich als günstig, weil es dort bereits ein Umspannwerk gab, an welches das Netz angeschlossen werden kann, um den Strom in die Haushalte einzuspeisen. 

Nach dem Spatenstich im November 2025 und der Lieferung der ersten Module im April 2026 fand im Juli 2026 ein Zukunftstag mit dem symbolischen Anschluss statt. Die vollständige Inbetriebnahme ist für 2027 geplant. 

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Wie ein altes Problem deutlich verringert wird

Das Projekt steht beispielhaft für den Wandel des deutschen Energiesystems. Doch wie funktioniert es? Großbatterien speichern den überschüssigen Strom aus Wind- und Solaranlagen. Wenn er später benötigt wird, kann die Energie ins Stromnetz eingespeist werden. Bisher gab es an sonnigen oder windreichen Tagen oft ein Problem: Es wurde mehr Strom erzeugt, als gerade gebraucht werden konnte. Diese überschüssige Energie konnte nicht immer gespeichert oder über das Stromnetz weitergeleitet werden. Deshalb mussten Wind- und Solaranlagen ihre Stromerzeugung teilweise drosseln. Mit dem neuen Batteriespeicher soll dieses Problem in Zukunft deutlich verringert werden. Nach seiner Fertigstellung kann der Speicher eine Leistung von 300 Megawatt (MW) erreichen und mehr als 700 Megawattstunden (MWh) speichern. Das lässt sich gut mit einem Wassertank vergleichen: Die Speicherkapazität in Megawattstunden (MWh) beschreibt, wie groß der Tank ist und wie viel Wasser hineinpasst. Die Leistung in Megawatt (MW) beschreibt dagegen, wie groß das Rohr ist und wie schnell das Wasser hinein- oder herausfließen kann.

Dieter Niewierra, der für das Projekt der Tochterfirma Eco Power Three zuständige Unternehmenssprecher, im Gespräch.
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Welche Vorteile das Projekt mit sich bringt

Die Versorgung aus erneuerbaren Energien wird zum einen stabil und die Anlagen reagieren gleichzeitig und innerhalb von Sekunden auf Schwankungen im Stromnetz und tragen so dazu bei, die Frequenz und Spannung zu halten. Zum anderen können die Betreiber die Energie auch speichern, wenn der Preis gerade niedrig ist und sie erst später verkaufen, wenn die Nachfrage und damit der Preis steigt. Zudem können die Anlagen Dienstleistungen für das Stromnetz übernehmen und so zusätzliche Einnahmen erzielen.

Prof. Dr. Armin Willingmann, Minister für Wissenschaft,
Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-
Anhalt (SPD), (von links) mit den Eco Stor Geschäftsführern
Ulrich Bürger und Georg Gallmetzer vor Ort im Gespräch. 
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Was die zuständige Kommune davon haben wird

250 Millionen Euro investiert Eco Store in Förderstedt. „Das geschieht komplett ohne Steuergelder“, sagt der für das Projekt Eco Power Three federführende Unternehmenssprecher, Dieter Niewierra. Nach Inbetriebnahme zahlt dafür das Unternehmen an die zuständige Kommune Gewerbesteuer, macht er einen weiteren Vorteil deutlich, die diese Innovation in Förderstedt mit sich bringen wird. 

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Warum man von dem Projekt nichts sehen wird

Die Anlage, die dazu derzeit auf acht Hektar bei Förderstedt entsteht, wirkt aus der Vogelperspektive etwas futuristisch. Die weißen Container reihen sich auf einer Fläche mitten in der Natur aneinander. Ist das optisch der Preis, den die Menschen, die in so einer Gegend leben, für umweltschonenden Strom zahlen müssen?
Dieter Niewierra, beruhigt. „Wenn man davorsteht, sieht man nichts davon“, sagt er. Denn das Gelände sei umzäunt und es werde entsprechend begrünt, dass es sich in die Natur einschmiege, sagt er. Sicherheit wird ebenfalls großgeschrieben. So verfügen die Batteriespeicher über Warnsysteme und und Klimaanlagen gegen eventuelle Überhitzung. Zudem sind sie mit sensiblen Messsensoren ausgestattet. Des Weiteren sind die Batterien so aufgestellt, dass genügend Abstand zwischen ihnen besteht, so dass im Falle eines Brandes die Flammen nicht übergreifen können. Die Freiwillige Feuerwehr Staßfurt ist ebenfalls gut gerüstet. Es gibt Löschkonzepte und die Kameraden und auch die Polizei waren bereits eingeladen, um die Örtlichkeiten kennenzulernen, sagt Dieter Niewierra. So auch Ende Juli, als die Öffentlichkeit willkommen war, diesen Wandel im deutschen Energiesystem einmal kennenzulernen. 

BATTERIESPEICHER IN ZAHLEN

  • Standort: Förderstedt bei Staßfurt
  • Betreiber: ECO STOR
  • Leistung: 300 Megawatt
  • Kapazität: rund 716 Megawattstunden
  • Fläche: etwa acht Hektar
  • Geplanter Vollbetrieb: 2027

Technik

Die Anlage besteht aus drei unabhängig betreibbaren Blöcken. Insgesamt sind mehr als 600.000 Batteriezellen vorgesehen. Die Speichertechnik basiert auf Lithium-Ionen-Batterien. Über einen direkten Anschluss an das 110-Kilovolt-Netz kann der Speicher schnell auf Veränderungen im Stromsystem reagieren.