Interview

Elektroniker/in der Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik

SPANNUNG FÜRS LEBEN

Emily Lilliana Wolfram | 22 Jahre

3,5 jahre

ø 970 € brutto

(im ersten Jahr)

welchen beruf lernst du?

Seit September 2024 absolviere ich eine Ausbildung zur Elektronikerin der Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik. Mein Ausbildungsbetrieb ist ein mittelständisches Handwerksunternehmen mit 23 Beschäftigten. Wir sind sowohl regional als auch deutschlandweit auf Baustellen im Einsatz und bieten ein breites Leistungsspektrum – von der Installation einer Steckdose über Photovoltaikanlagen bis hin zur Straßenbeleuchtung.

was lernt man in diesem Beruf?

Dieser Beruf ist sehr vielseitig. Man lernt nicht nur grundlegende Schaltungen, wie beispielsweise die Ausschaltung oder Wechselschaltung, sondern auch den sicheren Umgang mit elektrischen Anlagen. Darüber hinaus gehören Netzwerktechnik, Steuerungstechnik, Gebäudeautomation und viele weitere spannende Themen zur Ausbildung.

warum hast du dich für diesen beruf entschieden?

Durch ein zweiwöchiges Schulpraktikum in einer Schlosserei während der achten Klasse habe ich festgestellt, dass mir handwerkliches Arbeiten sehr viel Spaß macht. Anschließend habe ich in den Ferien immer wieder in verschiedenen handwerklichen Bereichen gearbeitet und unterschiedliche Berufe kennengelernt. Nach meinem Abitur habe ich mich schließlich für die Ausbildung zur Elektronikerin entschieden, weil dieser Beruf innovativ, abwechslungsreich und aufgrund der Energiewende sowie der Digitalisierung gefragter denn je ist.

Welche Fähigkeiten sollte man bei diesem Berufswunsch mitbringen?

Man sollte vor allem wissbegierig sein, denn die Elektrotechnik entwickelt sich ständig weiter. Außerdem sind Interesse an Technik, handwerkliches Geschick, Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein wichtig. Hilfreich sind auch gute Kenntnisse in Mathematik, Physik und Technik.

Wie hast du deine Ausbildungsfirma gefunden?

Ich wohne schon fast mein ganzes Leben in derselben Ortschaft. Deshalb kannte ich das Unternehmen bereits und bin so auf meinen Ausbildungsbetrieb aufmerksam geworden.

Wie lange lernst du?

Die reguläre Ausbildungsdauer beträgt dreieinhalb Jahre. Aufgrund meiner guten Leistungen kann ich meine Ausbildung jedoch auf drei Jahre verkürzen.

Welche Tipps würdest du künftigen Azubis in deinem Ausbildungsberuf geben?

Der Beruf sollte euch wirklich Spaß machen, denn Interesse und Motivation sind die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ausbildung. Seid offen für Neues und stellt viele Fragen – so lernt ihr am meisten. Außerdem empfehle ich, sich schon vor Ausbildungsbeginn mit den Fünf Sicherheitsregeln und dem Schutz vor elektrischem Schlag vertraut zu machen. Das erleichtert den Einstieg in den Berufsalltag.

Wie soll deine berufliche Karriere nach der Ausbildung weitergehen?

Ich möchte nach meiner Ausbildung gern in meinem Ausbildungsbetrieb übernommen werden und mich fachlich kontinuierlich weiterentwickeln. Die Elektrotechnik bietet zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten. Besonders interessieren mich Lehrgänge im Bereich Smart Home, Gebäudeautomation und Datentechnik. Und wenn das Unternehmen irgendwann eine Meisterin braucht, könnte ich mir diesen Weg ebenfalls gut vorstellen.

Fakten zum Berufsbild

Elektroniker/in der Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik

Lernorte: Betrieb und Berufsschule

Elektroniker/innen der Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik planen und installieren gebäude-technische Einrichtungen wie Anlagen der elektrischen Energieversorgung, Beleuchtungs-, Kälte-, Klimaanlagen oder Überwachungseinrichtungen. Sie schließen Waschmaschinen und Herde an, planen und installieren Gebäudeleitsysteme und Datennetze, programmieren und konfigurieren die Steuer- und Regelungseinrichtungen von Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen. Zudem installieren sie Antennen, Empfangs- und Breitbandkommunikationsanlagen. Im Rahmen von Wartungsarbeiten prüfen sie gebäudetechnische Systeme und stellen sie ggf. neu ein. Bei Störungen ermitteln sie die Ursachen und setzen Systeme und Anlagen instand.

Welcher Schulabschluss wird erwartet?

Rechtlich ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. In der Praxis stellen Betriebe überwiegend Auszubildende mit mittlerem Bildungsabschluss ein.

Wo arbeitet man?

Beschäftigungsgsbetriebe:

  • in Betrieben des Elektrotechniker-Handwerks
  • in Unternehmen der Immobilienwirtschaft (z.B. im Facility-Management oder bei Hausmeister-diensten)

Arbeitsorte:

  • beim Kunden innerhalb und außerhalb von Gebäuden
  • in Werkstätten bzw. Werkhallen
  • ggf. in Büroräumen

Worauf kommt es an?

Anforderungen:

  • Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein (z.B. beim Prüfen der Sicherheits- und Schutzfunktionen elektrischer Anlagen)
  • Geschicklichkeit und Auge-Hand-Koordination (z.B. beim Verdrahten von Bauteilen und ‑gruppen oder beim Kürzen von Kabeln)
  • Umsicht (z.B. bei Arbeiten an stromführenden Bauteilen und Spannungsanschlüssen)
  • Technisches Verständnis (z.B. beim Instandsetzen von elektrischen Anlagen und Sicherheitseinrichtungen)

Schulfächer:

  • Physik (z.B. um Energie-, Kommunikations- und Hochfrequenzkabel zu verlegen)
  • Mathematik (z.B. um den Materialbedarf zu berechnen)
  • Werken/Technik (z.B. um Beleuchtungssysteme zu installieren und Installationspläne zu skizzieren)
  • Informatik (z.B. um den Zugang zum Programmieren zu erleichtern)

Tipp

WAS TUN BEI EINER ABSAGE?

Abgelehnt – ohne Grund? Unpersönliche Absagen mit besten Wünschen wirken oft wie Hohn, da keine Gründe genannt werden. So weißt du nicht, was du im nächsten Vorstellungsgespräch besser machen könntest.

Die Personalabteilungen haben jedoch aufgrund der vielen Bewerbungen oft keine Zeit für ausführliche Begründungen. Besonders nach einem scheinbar gut verlaufenen Gespräch ist kritische Selbstanalyse wichtig. Die formalen Kriterien waren erfüllt, also liegt es am persönlichen Auftritt. Überdenke die Situation: Warst du zu aufgeregt oder übertrieben engagiert? Wie war dein Blickkontakt und deine Sitzhaltung? Wenn du ständig Absagen erhältst, prüfe, ob deine Qualifikationen den Anforderungen entsprechen. Professionelle Berater können helfen. Wer bis September keinen Ausbildungsplatz findet, sollte den Mut nicht verlieren; es gibt auch nach dem offiziellen Start noch Chancen auf dem Ausbildungsmarkt.

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