Interview

Hörakustiker/in

MEIN HERZ FÜRS HÖREN

Felix Grumbach | 20 Jahre

3 jahre

ø 800 € brutto

(im ersten Jahr)

welchen beruf lernst du?

Ich lerne den Beruf des Hörakustikers bei Christoph Dunkel Hörakustik und Augenoptik in Wernigerode und befinde mich aktuell im zweiten Lehrjahr.

was lernt man in diesem Beruf?

Die Ausbildung vermittelt, wie man Menschen mit Hörproblemen unterstützt, Hörsysteme individuell anpasst und technische sowie akustische Grundlagen sicher beherrscht. Ein großer Teil besteht aus Beratung, Kundenkontakt und dem Umgang mit moderner Technik. Dabei lernt man, präzise zu arbeiten und auf die Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden einzugehen.

warum hast du dich für diesen beruf entschieden?

Mein Interesse an sozialem Kontakt und Technik hat mich zu diesem Beruf geführt. Ich arbeite gern mit Menschen, bin kommunikativ, hilfsbereit und löse technische Herausforderungen mit Freude. Die Verbindung aus Menschlichkeit, Präzision und Technik macht den Beruf für mich besonders attraktiv.

Welche Fähigkeiten sollte man bei diesem Berufswunsch mitbringen?

Wichtig ist ein guter Umgang mit Menschen, Empathie und technisches Interesse. Handwerkliches Geschick, Flexibilität, Spontanität und Teamfähigkeit spielen ebenfalls eine große Rolle. Geduld, Freundlichkeit und eine offene Art erleichtern den Alltag im Umgang mit Kundinnen und Kunden.

Wie hast du deine Ausbildungsfirma gefunden?

Über Anzeigen im Internet und in der Zeitung. Zusätzlich habe ich vor Beginn meiner Ausbildung ein längeres Schulpraktikum bei Christoph Dunkel absolviert. Dabei konnte ich den Beruf und das Team intensiv kennenlernen und mein Interesse ist dadurch noch weitergewachsen. Ich suchte gezielt nach einem Betrieb, der fachlich überzeugt und gleichzeitig menschlich angenehm ist – genau das habe ich hier gefunden.

Wie lange lernst du?

Die Ausbildung dauert drei Jahre und umfasst Blockunterricht an der LBS in Lübeck sowie den betrieblichen Teil im Unternehmen.

Welche Tipps würdest du künftigen Azubis in deinem Ausbildungsberuf geben?

Fleiß, Empathie, Menschenkenntnis und Ernsthaftigkeit sind wichtig. Gleichzeitig sollte man locker, sympathisch und wissbegierig bleiben. Offenheit für Neues und Lernbereitschaft helfen, sich weiterzuentwickeln – denn der Beruf bietet viele Zukunftschancen.

Wie soll deine berufliche Karriere nach der Ausbildung weitergehen?

Nach der Ausbildung möchte ich Berufserfahrung bei Christoph Dunkel sammeln und mich in Richtung Pädakustiker oder Gebärdensprache weiterbilden. Auch eine Meisterschulung ist ein Ziel, um mein Wissen zu vertiefen und mehr Verantwortung zu übernehmen. Die Akustik ist vielseitig, und der Hörakustiker bildet dabei einen wichtigen Grundstein.

Fakten zum Berufsbild

Hörakustiker/in

Lernorte: Betrieb und Berufsschule

Hörakustiker/innen beraten Kunden hinsichtlich unterschiedlicher Arten von Hörsystemen bzw. Gehörschutz. Dabei gehen sie auf die individuellen Bedürfnisse ihrer Kunden ein. Sei es, dass eine Altershörschwäche vorliegt oder erhöhte Geräuschbelastung im Beruf gegeben ist. Um ein Hörgerät optimal anpassen zu können, führen sie Tests zur Hörleistung durch, z.B. untersuchen sie, wie gut Kunden hohe und tiefe Töne oder Sprache wahrnehmen können. Auch stellen sie Otoplastiken für Hörgeräte oder als Gehörschutz her. Dafür nehmen sie Abdrücke vom Gehörgang, passen die Ohrstücke individuell am Kunden an, bauen die Maßohrstücke in die Hörsysteme ein und nehmen die akustischen Feineinstellungen vor. Sie weisen die Kunden in die Bedienung von Hörsystemen ein und führen Service- bzw. Instandhaltungsmaßnahmen durch. Zudem übernehmen sie kaufmännische und verwaltende Arbeiten, erledigen z.B. die Korrespondenz, kalkulieren Angebote und erstellen Abrechnungen für Krankenkassen oder Kunden.

Welcher Schulabschluss wird erwartet?

Rechtlich ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. In der Praxis stellen Betriebe überwiegend Auszubildende mit mittlerem Bildungsabschluss ein.

Wo arbeitet man?

Beschäftigungsgsbetriebe:

  • in Betrieben des Hörakustiker-Handwerks
  • bei industriellen Herstellern von Hörsystemen

Arbeitsorte:

  • in Werkstätten
  • in Verkaufsräumen
  • in Akustiklabors
  • in Büroräumen

Worauf kommt es an?

Anforderungen:

  • Handwerkliches Geschick (z.B. beim Anfertigen von Otoplastiken oder Einbauen von Kleinteilen)
  • Technisches Verständnis (z.B. beim Instandhalten von Hörsystemen)
  • Sorgfalt und Beobachtungsgenauigkeit (z.B. beim Prüfen des korrekten Sitzes einer Otoplastik)
  • Kundenorientierung und Kommunikationsfähigkeit (z.B. beim Beraten der Kunden hinsichtlich des passenden Hörassistenzsystems)

Schulfächer:

  • Physik (z.B. um Grundlagen der Akustik und Schallentstehung zu verstehen)
  • Werken/Technik (z.B. um Abdrücke der Ohrmuschel und des Gehörgangs zu nehmen)
  • Mathematik (z.B. um audiologische Messwerte zu berechnen)
  • Biologie (z.B. um Aufbau und Funktion des Gehörs nachzuvollziehen)
  • Deutsch (z.B. um über unterschiedliche Arten von Hörsystemen zu beraten)

Tipp

VORSTELLUNGSGESPRÄCH

Du wurdest zum Vorstellungsgespräch eingeladen? Jetzt gilt es, den ersten Eindruck zu bestätigen. Kleide dich so, dass du dich wohlfühlst; deine Kleidung sollte sauber und knitterfrei sein.

Männer sollten ein unauffälliges Oberhemd unter einem Sakko mit Krawatte tragen und frisch rasiert sein. Frauen sollten auf tiefen Ausschnitt, schulterfreie Oberteile und Minirock verzichten sowie auf grelle Farben und übertriebenes Make-up achten. Saubere Schuhe, gewaschene Haare und gepflegte Fingernägel sind für alle wichtig.

Sei während des gesamten Vorstellungsgespräches höflich. Zur Begrüßung schaust du deinem Gegenüber in die Augen und schüttelst ihm fest die Hand. Setz dich erst hin, wenn du dazu aufgefordert wirst. Während des Gespräches solltest du Augenkontakt halten und gerade und ruhig sitzen. Oft beginnt das Gespräch mit einem Smalltalk, an dem du dich beteiligen solltest – das wirkt sympathisch.

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