Interview

PFLEGEFACHFRAU / PFLEGEFACHMANN

Hannah Annika Schöne | 23 Jahre

3 jahre

ø 1.416 € brutto

(im ersten Jahr)

welchen beruf lernst du?

Ich bin im dritten Ausbildungsjahr zur Pflegefachfrau im BG Klinikum Bergmannstrost Halle und seit mehreren Monaten auf der Neurologie-Station mit Stroke Unit.

Wie hast du deine Ausbildungsfirma gefunden?

Ich kannte das Bergmannstrost bereits, weil meine Oma eine Zeitlang hier im Rückenmarkzentrum behandelt wurde. Schon beim Reinkommen in das Klinikum mochte ich im Vergleich zu anderen Krankenhäusern die Ruhe. Außerdem hat das Haus einen sehr guten Ruf. Ich habe mich nach dem Abi nur hier beworben und wurde direkt angenommen.

Was lernt man in diesem Beruf?

Das ist sehr vielfältig. Im Mittelpunkt steht die Arbeit mit Menschen und Fachthemen wie das medizinisch-pflegerische Wissen oder Medikamentenmanagement. In der Praxis durfte ich schon im zweiten Lehrjahr eigene Patienten betreuen. Das war ein echter Vertrauensbeweis..

Warum hast du dich für diesen Beruf entschieden?

Das ist ein sehr persönlicher Grund: Meine Oma wurde vier Jahre lang von einem ganz tollen ambulanten Pflegedienst versorgt. Ich bin den Pflegekräften noch immer dankbar, weil sie uns ermöglich haben, zu Hause von meiner Oma Abschied zu nehmen. Auch aus heutiger Sicht war die Entscheidung richtig: Die Arbeit ist zwar anstrengend, aber so vielfältig und die Patienten so verschieden – und genau das liebe ich.

Welche Fähigkeiten sollte man bei diesem Berufswunsch mitbringen?

Wichtig sind ein generelles Interesse an medizinischen Themen, Offenheit gegenüber anderen Menschen und Geduld, auch wenn einem die Zeit im Nacken sitzt. Wobei meine Erfahrung ist: In den drei Jahren Ausbildung wächst man mit den Herausforderungen. Ich habe Mitschülerinnen, die anfangs noch sehr schüchtern waren und dann änderte sich das irgendwann. Außerdem sollte man kein Problem damit haben, zu allen Tageszeiten und am Wochenende zu arbeiten.

Wie lange lernst du?

Drei Jahre.

Welche Tipps würdest du künftigen Azubis in deinem Ausbildungsberuf geben?

Durchhalten! Im Rahmen der generalistischen Ausbildung verbringt man relativ viel Zeit in Pflegebereichen, die einen womöglich nicht interessieren. Mir zum Beispiel fiel die Zeit auf der Kinder-Onkologie ziemlich schwer. Inzwischen bin ich auf meiner Wunschstation, hab mich in das tolle Team hier verliebt und gehe jeden Tag gern auf Arbeit.

Wie soll deine berufliche Karriere nach der Ausbildung weitergehen?

Ich freue mich sehr, dass ich im Bergmannstrost und auf der Neurologie-Station bleiben kann. Hier will ich erst einmal richtig Fuß fassen und Erfahrungen sammeln. Später kann ich mir gut vorstellen, Fachweiterbildungen zu absolvieren, da gibt es viele Möglichkeiten.

Fakten

Ausbildungsdauer:

3 bis 5 Jahre (Vollzeit/Teilzeit)

Ausbildungsart:

  • Ausbildungsberuf
  • Ausbildung an Pflegeschulen (bundesweit einheitlich geregelt)

Lernorte:

Pflegeschule sowie Krankenhäuser, stationäre und ambulante Pflegeeinrichtungen

Schulabschluss:

Für die Ausbildung wird in der Regel ein mittlerer Bildungsabschluss vorausgesetzt. Die Pflegeschulen wählen Bewerber/innen nach eigenen Kriterien aus.

Ausbildungsanforderungen:

  • Einfühlungsvermögen und Kontaktfähigkeit (z.B. für die Beratung von Patienten und Patientinnen und ihren Bezugspersonen)
  • Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein (z.B. bei Pflegeplanung, bei der Unterstützung und Anleitung von Pflegeassistenzkräften)
  • Psychische Stabilität (z.B. beim Kontakt mit schwer kranken oder sterbenden Patienten)
  • Verschwiegenheit (z.B. beim Umgang mit Patientendaten)

Schulfächer:

  • Ethik (z.B. ein gutes Gespür für ethische Fragestellungen)
  • Biologie (z.B. um die Wirksamkeit von Pflegemaßnahmen bei unterschiedlichen Erkrankungen einzuschätzen)
  • Deutsch (z.B. für die Beratung von Patienten/ Patientinnen und ihren Bezugspersonen)
  • Wirtschaf/Recht (z.B. für die Planung wirtschaftlicher und nachhaltiger Pflegeprozesse, für die korrekte Dokumentation und Abrechnung von Leistungen)

Beschäftigungsbetriebe:

Pflegefachleute sind beschäftigt

  • in Krankenhäusern und Rehabilitationseinrichtungen, in Hospizen
  • in Wohngruppen, Altenwohn- & -pflegeheimen
  • bei ambulanten Pflegediensten
  • in Einrichtungen der Kurzzeitpflege
  • in psychiatrischen Einrichtungen
  • in Wohnheimen für Menschen mit Behinderungen
  • in Informations-, Beratungs- oder Begutachtungsstellen

Arbeitsorte:

Pflegefachleute arbeiten meist

  • in Patientenzimmern von Krankenstationen
  • in Untersuchungs-, Behandlungs- und Pflegearbeitsräumen
  • in Patientenwohnungen (bei ambulanter Pflege)
  • in Wohn-, Untersuchungs-, Aufenthaltsräumen von Gemeinschaftseinrichtungen
  • in Büroräumen oder Stationszimmern

Ausbildungsvergütung:

Die Zahlung einer Ausbildungsvergütung ist gesetzlich verbindlich vorgeschrieben. Während einer Ausbildung bei einem Ausbildungsträger, der unter den Geltungsbereich eines Tarifvertrages des öffentlichen Dienstes fällt, erhalten Auszubildende beispielsweise folgende Ausbildungsentgelte (monatlich brutto):

  1. Ausbildungsjahr: 1.416 €
  2. Ausbildungsjahr: 1.477 €
  3. Ausbildungsjahr: 1.578 €

Tipp

Welcher Beruf passt zu dir?

Du weißt seit Kindertagen, was du werden möchtest? Klasse! Wenn nicht, ist das auch in Ordnung. Denke darüber nach, was dich interessiert und was du gut kannst. Welche Schul­fächer bereiten dir Freude? Was begeistert dich in deiner Freizeit? Vielleicht kannst du dein Hobby zum Beruf machen. Überlege auch, wo deine Stärken und Schwächen liegen. Die Meinungen von Freunden, Familie und Lehrern können dir bei der Selbsteinschätzung helfen. Liegen dir Fremd­sprachen oder Zahlen? Arbeitest du lieber allein oder im Team? In den Berufsinformationszentren (BIZ) der Agentur für Arbeit erhältst du Informationen über Ausbildungsberufe und kannst einen Persönlichkeitscheck machen, um herauszufinden, ob deine Stärken zu deinem Wunschberuf passen. Informiere dich auch über Gehalt, Übernahmechancen und berufliche Risiken. Nutze Schnupperpraktika, um herauszufinden, ob die Arbeit deinen Vorstellungen entspricht. Und ganz wichtig: Achte auf einen guten Schulabschluss – er ist entscheidend für deine Berufswahl!

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