Harz
Natur entdecken und erleben
1301 Hektar groß ist das das am 11. Juni 1998 durch das Regierungspräsidium Magdeburg unter Naturschutz gestellte Gebiet „Harzer Bachtäler“. Seltene Pflanzen und Tiere sind hier beheimatet.
Ein Beitrag von
Denis Siebert
Im Jahr 2011 legte der Landschaftspflegeverband Harz e. V. einen fünf Kilometer langen Lehrpfad als Rundweg um den Pfeiferberg an. Los geht es am Ortsausgang von Benneckenstein in Richtung Rotheshütte an der Waldschneise zwischen dem Schullandheim und Waldschlößchen. Vor Jahrhunderten haben hier Bergleute durch Rodung Bergwiesen angelegt, um ihr Vieh mit Heu versorgen zu können. Mit der Zeit entstand so ein Lebensraum für viele seltene Pflanzen und Tiere. Wenn man der Beschilderung „Bergwiesen-Lehrpfad“ folgt, kann man an verschiedenen Stationen und Schautafeln allerlei Besonderheiten erfahren. Wanderer blicken auf die Stadt Benneckenstein und den Brocken. Der Wanderweg ist bequem, dennoch sind robuste Schuhe und wetterfeste Kleidung empfehlenswert. Mehrere Bänke laden zum Verweilen ein.
© Jan Reichel
© Jessica Schulze
Aktiv für eine schöne Landschaft
Der Landschaftspflegeverband Harz e. V. kümmert sich um den Lehrpfad und führt Kontrollen, Reparaturen sowie Ergänzungen an den Tafeln durch. Darüber hinaus werden die Texte neu gestaltet und QR-Codes erstellt. Dazu kommt die Erfassung von Wildobst, insbesondere von Wildäpfeln, die auch als Holzäpfel bezeichnet werden. Ohne Nutzung gibt es keine Wiese und keine bunten Blumen. Eine große Rolle spielt die Tierhaltung mit Rindern, Schafen und Ziegen – Tiere, die Gras und Heu fressen. Wiesen sind Kulturbiotope und Teil unseres kulturellen Erbes. Jeder kann etwas für die Bergwiesen tun, beispielsweise indem er Produkte aus regionaler Landwirtschaft kauft. Dazu zählen nicht nur Fleisch- und Milchprodukte, sondern auch Heimtiere fressen gern das gesunde, kräuterreiche Harzer Bergwiesenheu.
Respekt vor der Natur
In einem Naturschutzgebiet ist es wichtig, respektvoll und achtsam mit der Natur und den Einrichtungen umzugehen. Dazu gehört, nichts zu zerstören, nichts abzupflücken, auszureißen oder zu sammeln, keinen Müll oder Gartenabfälle zurückzulassen, Wiesen vor der Mahd nicht zu betreten, Wiesen nicht zu befahren sowie nichts Neues anzupflanzen oder auszusäen. Darüber hinaus ist es zur Vermeidung von Gefährdungen oder Störungen im Naturschutzgebiet untersagt, zu lagern oder zu zelten, Feuer anzuzünden, Hunde außerhalb von Wegen unangeleint laufen zu lassen, in den Gewässern zu baden, die Ruhe der Natur durch Lärm oder auf andere Weise zu stören. Diese und weitere Gebote finden sich unter § 4 der NSG-Verordnung wieder.
© Jessica Schulze
© Jessica Schulze
Flora
Magere Bergwiesen:
Bärwurz, Kleiner Klappertopf, Blutwurz
Frisch-feuchte Bergwiesen:
Trollblume, Sibirische Schwertlilie, Breitblättriges Knabenkraut, Sumpf-Veilchen, Wald-Storchschnabel, Herbst-Zeitlose
Borstgrasrasen:
Harzlabkraut, Arnika, Bärwurz, Rauhaariges Veilchen
Nährstoffreiche Feuchtwiesen:
Trollblume, Sumpf-Kratzdistel, Sumpf-Pippau, Breitblättriges Knabenkraut, Geflecktes Knabenkraut, Sibirische Schwertlilie
Braunseggensümpfe:
Schmalblättriges Wollgras
Besonders seltene und gefährdete Pflanzenarten:
Gewöhnliches Katzenpfötchen, Aufsteigende
Fauna
Amphibien und Reptilien:
Grasfrosch, Erdkröte, Berg- und Fadenmolch, Blindschleiche, Waldeidechse, Feuersalamander
Fischarten:
Bachforelle, Bachneunauge, Elritze, Hasel, Schmerle, Westgroppe
Brutvögel:
Wasseramsel, Eisvogel, Wiesenpieper, Braunkehlchen, Neuntöter, Schwarzstorch
Heuschrecken:
Kleine Goldschrecke, Kurzflügelige Beißschrecke, Gemeine Dornschrecke, Gefleckte Keulenschrecke, Rote Keulenschrecke
Tagfalterarten:
Wachtelweizen-Scheckenfalter, Lilagold-Feuerfalter, Dukaten-Feuerfalter, Mädesüß-Perlmuttfalter
Libellenarten:
Blauflügel-Prachtlibelle, Gestreifte Quelljungfer, Zweigestreifte Quelljungfer, Torf-Mosaikjungfer, Kleine Moosjungfer
Säugetiere:
Wildkatze, Luchs, Wolf
Der Landschaftspflegeverband Harz e. V. gibt auf seiner Webseite weitere Informationen zu den Harzer Bachtälern und bietet das handliche Begleitheft „Bergwiesen-Lehrpfad Benneckenstein“ an.