Mansfeld Südharz

Ein glänzender Stein und der Beginn einer großen Bergbautradition

Die Sage von Nappian und Neucke erzählt vom Ursprung des Mansfelder Kupferschieferbergbaus und von einer Tradition, die in Liedern bis heute weiterlebt

© Regionalgeschichtliche Sammlungen der Lutherstadt Eisleben

Ein Beitrag von
Katrin Wedekind

Es soll im Jahr 1199 gewesen sein, zwei junge Bergleute aus Goslar, Nappian und Neucke, machten sich auf den Weg, um fern ihrer Heimat ihr Glück zu suchen. In der Gegend von Hettstedt wurden sie der Sage nach von Räubern überfallen. Nappian wurde dabei von einem Pfeil an der Schulter verletzt. Neucke gelang es jedoch, die Angreifer in die Flucht zu schlagen.

Unterschlupf fanden die beiden bei einem Köhler. Während Nappian sich von seiner Verletzung erholte, half Neucke bei der Arbeit. Beim Abräumen eines Meilers bemerkte er plötzlich einen ungewöhnlich glänzenden Stein. Der Köhler erzählte ihm, dass solche Steine beim Roden in der Gegend häufiger auftauchten. Neucke, selbst Bergmann, wurde hellhörig. Er brachte den Fund nach Goslar und ließ ihn untersuchen. Es war Kupfererz.

Der Überlieferung nach kehrten Nappian und Neucke daraufhin zurück und begannen am Kupferberg bei Hettstedt mit dem Abbau. Ihr Fund gilt als sagenhafter Beginn des Mansfelder Kupferschieferbergbaus, der die Landschaft und das Leben der Menschen über Jahrhunderte prägen sollte.

Die beiden romanischen Sandsteinfiguren verkörpern die legendären Begründer des Mansfelder Bergbaus Nappian und Neucke.
© Regionalgeschichtliche Sammlungen der Lutherstadt Eisleben

„Glück auf!“

Mit dem Bergbau entwickelte sich auch eine eigene Kultur. Dazu gehörten die Bergmannslieder. Sie erzählen von der schweren und gefährlichen Arbeit unter Tage, von Gemeinschaft, Glauben und der Hoffnung auf eine sichere Rückkehr ans Tageslicht. Das Singen vor, während und nach der Arbeit ist, im Mansfelder Bergbau schon früh belegt.

Bis heute besonders bekannt ist „Glück auf, Glück auf, der Steiger kommt“. Das Steigerlied wurde in unterschiedlichen regionalen Fassungen gesungen und gehört auch zur Mansfelder Bergbautradition. So verbindet sich die Sage vom glänzenden Stein mit einer musikalischen Tradition, die die Erinnerung an Generationen von Bergleuten bis heute lebendig hält.

info@musikland-sachsenanhalt.de
info@hettstedt.de