Landkreis Wittenberg

Von der ohrenbetäubenden Stille in der Dübener Heide

Einer der jüngsten Naturparks Deutschlands seinem größten zusammenhängenden Mischwaldgebiete im mitteldeutschen Tiefland lockt mit 500 Kilometern ausgewiesenen Rad- und Wanderwegen.

Ein Beitrag von
Andrea Hamann-Richter

Lichtdurchflutete tiefe Wälder, ruhige Seen, ein scheues Reh am Wegesrand – und immer wieder diese beinahe ohrenbetäubende Stille. Die Rede ist von der Dübener Heide. Sie braucht keine spektakulären Sehenswürdigkeiten, sondern entfaltet ihren Zauber in ihrer übermächtigen Natürlichkeit.

Es ist eine Landschaft im Osten von Sachsen-Anhalt und Norden von Sachsen, zwischen Elbe und Mulde, am nördlichen Rand der Leipziger Tieflandsbucht bei Lutherstadt-Wittenberg gelegen. Als einer der jüngsten Naturparks Deutschlands beherbergt sie das größte zusammenhängende Mischwaldgebiet im mitteldeutschen Tiefland.

Etwa 500 Kilometer ausgewiesenen Rad- und Wanderwegen führen durch eine blühende Heidelandschaft sowie durch ausgedehnte Wald- und Moorgebiete, über Lichtungen, entlang kleiner Dörfer und Seen. Gerade diese Gewässer verleihen der Region ihren besonderen Reiz. Ob zum Baden, Paddeln, Radfahren oder einfach nur zum Verweilen. Der Muldestausee am Rand der Heide zählt genauso dazu wie der Große Goitzsche-See. Letzterer entstand aus einem ehemaligen Tagebau und verfügt über ein modernes See- und Waldressort mit kleinen Buchten und Stegen. Sein Ufer eignet sich zum Radfahren und Wandern. Ein weiteres Ziel ist der Bergwitzsee, der früher einmal ein Braunkohleabbau war. Es gibt Pferdeanbindungen, Boots- und Fahrradverleihe. Wer ein Gewässer mit einem Campingplatz sucht, findet sein Ziel am Großen Lausitzer Teich. Die Zelte können dort direkt an seinen Ufern aufgeschlagen werden und es bleibt auch im Herbst genügend Raum für Erholung.

Infotafel Billi Bockert Tour
© Anika Dollmeyer

Wassertretstelle entlang der Heide Biber Tour
© Anika Dollmeyer

Gruselig, verwunschen und doch wunderschön – so ist das Moor in der Dübener Heide im sächsischen Teil. Einigen seiner Geheimnisse wird bei der Moorwanderung auf den Grund gegangen. Der Heidemönch erzählt Spannendes und Wissenswertes über diesen ganz besonderen Lebensraum. Es werden Fragen beantwortet, wie ein Moor entsteht, welche Tiere und Pflanzen zu finden sind, welche Besonderheiten der Wald aufweist, wofür Torf verwendet werden kann und welche Rolle heute der Naturschutz spielt.

Wald- und Heidelandschaften wechseln sich auf der etwa 30 Kilometer langen Heide-Biber-Tour zwischen Bad Düben und Bad Schmiedeberg ab. Seine Besucher streifen geschichtsträchtige Kultur und reizvolle Natur. Mit Ausdauer und ein bisschen Glück kann im Hammerbachtal das Werk des Bibers – Burgen und angenagte Baumstämme – entdeckt werden. Wer genau hinschaut, sieht das Tier vielleicht auch in seiner natürlichen Umgebung. Es geht weiter vorbei an der Döbeltsmühle, an der Köhlerei Eisenhammer – sie ist eine der letzten produzierenden Köhlereien in Deutschland – zum Wasserschloss Reinharz und dem Vitriolteich.

Besonders familienfreundlich ist dii „Billi-Bockert-Tour“.  Sie liegt auf der Heide-Biber-Tour, die sich von Bad Düben bis Bad Schmiedeberg erstreckt. „Billi Bockert“, ist der Heide-Biber und das Maskottchen des Naturparks Dübener Heide. Er erklärt auf Tafeln jungen und junggebliebenen Wanderern die Natur und regt zum Nachschauen und Entdecken an. Startpunkt ist das Naturparkhaus in Bad Düben, das Ziel die Hammerbachhütte an der Köhlerei. Familiengerecht und speziell für Kinder konzipiert, bietet die Wanderung viel Abwechslung. „Billi Bockert“ begleitet so eine Teilstrecke des Weges, um kleinen wie großen Wanderfans auf Tafeln mehr über seine Heimat, die Schönheit und den Reichtum der hiesigen Natur zu verraten. Die erste Tafel befindet sich im Burggarten direkt hinter dem Naturpark-Haus in Bad Düben.

Wer mehr Zeit in der Dübener Heide verbringen möchte als nur einen Tagesausflug, kann in einem der Hotels einkehren. Beispielsweise bietet das Heide Spar Hotel und Ressort in Bad Düben einen großzügigen Wellnessbereich mit Therme und Saunalandschaft. Es ist ein idealer Ausgangspunkt für die Wander- und Radtouren, besonders geeignet für Menschen, die Erholung und Entspannung suchen. Das Heidehotel Lubast in Klemberg-Lubast mit seiner ruhigen Lage am Rand der Dübener Heide bietet eine gute Anbindung an Wander- und Radwege und ist demnach gut geeignet für Naturfreunde und Aktivurlauber.  Das Hotel Landgut Ochsenkopf in Rotta bei Kemberg liegt idyllisch im Wald und ist ebenfalls bestens geeignet für Menschen, die wandern und Radfahren wollen und die Ruhe und Natur genießen wollen.

Am Muldestausee
© Jonas Jäkel

Naturpark Dübener Heide / Verein Dübener Heide e. V.

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