Harz
Wenn sich Teufel und Gott streiten
Um die Teufelsmauer ranken sich viele Geschichten. Das mehr als 20 Kilometer lange Sandsteinmassiv erstreckt sich zwischen Ballenstedt im Südosten und Blankenburg im Nordwesten und ragt auch bei Weddersleben in die Höhe.
Ein Beitrag von
Denis Siebert
Einer Sage nach soll der Höllenfürst dem Herrgott vorgeschlagen haben, die Welt unter sich aufzuteilen. Beide Reiche wollte der Teufel mit einer großen Mauer trennen. Gott willigte unter der Bedingung ein, dass der Teufel das Bauwerk in einer Nacht bis zum ersten Hahnenschrei vollenden müsse. Eine Bäuerin, die ihren Hahn auf dem Markt verkaufen wollte, kam nachts an der Stelle vorbei, an der der Teufel sein Werk verrichtete. Als sie ihn sah, erschrak sie, stolperte und der Hahn fing an zu krähen. Daraufhin dachte der Teufel, er habe es nicht geschafft, und zerstörte die fast fertige Mauer.
Seitdem zeigt sich die Teufelsmauer aus hartem Sandstein der oberen Kreidezeit im nördlichen Harzvorland. Die eigenwillige Formation beginnt mit den Gegensteinen nordwestlich von Ballenstedt und endet zwischen Timmenrode und Blankenburg mit dem Hamburger Wappen, Heidelberg sowie den Felsklippen Großvater und Großmutter.
Blick von der „Schlangenecke“ aus auf die Teufelsmauer. Der Begriff „Schlangenecke“ ist überliefert, eine wissenschaftliche Deutung ist jedoch nicht möglich. Alles ist möglich, aber nichts ist nachweisbar.
© Denis Siebert
Etwa in der Mitte, südlich von Weddersleben, reihen sich auf einer Länge von circa zwei Kilometern der Königstein, Mittelstein und die Papensteine. Dieser wahrscheinlich markanteste Abschnitt der Teufelsmauer bei Weddersleben steht seit 1935 unter Naturschutz. Er zählt damit zum zweitältesten Naturschutzgebiet Deutschlands. Bereits im Jahr 1833 wurden die Felsrippen vom damaligen Landrat Weyhe unter Schutz gestellt, um den Abbau des damals begehrten Bausandsteins zu unterbinden. Das Naturschutzgebiet „Teufelsmauer“ ist 198 Hektar groß.
Im Teufelsmauergarten wachsen viele essbare Kräuter. Der Bestand der Sand-Silberscharte wurde durch Unwetter stark dezimiert, ist aber wieder im Aufbau.
© Denis Siebert
Start am Parkplatz „Teufelsmauer“
Vom kostenpflichtigen Parkplatz „Teufelsmauer“ auf der rechten Seite zwischen Weddersleben und Neinstedt aus führt ein beschilderter Pfad entlang der Bode zur Stempelstelle 188 der Harzer Wandernadel. Beim Aufstieg zum Königsstein sollte auch der Trockenrasen-Kräutergarten, auch Teufelsmauergarten genannt, auf der linken Seite besucht werden. Weiter geht es über den Mittelstein und die Papensteine zum Wittenberg und von dort aus wieder zum Ausgangspunkt zurück. An den Aussichtspunkten sind Sitzmöglichkeiten vorhanden. Zahlreiche Infotafeln verdeutlichen die Besonderheiten dieser Region. Unterwegs können Pflanzen wie Gelbe Resede, Wiesen-Schwingel, Blau-Schwingel, Deutsches Weidelgras, Frühlings-Scharbockskraut, Bärlauch, Karthäuser-Nelke, Kleines Habichtskraut, März-Veilchen, Blauer Natternkopf, Kleiner Odermennig, Sand-Silberscharte, Sand-Luzerne, Kanadisches Berufkraut, Schwarze Königskerze, Wald-Schlüsselblume, Färber-Hundskamille, Wiesen-Platterbse und Gemeine Schafgarbe entdeckt werden. Hier wachsen auch essbare Pflanzen und Heilpflanzen wie Gänseblümchen, Hagebutte, Löwenzahn, Salbei, Brennnessel, Kornblume oder Johanniskraut. Für den Rundweg, der nicht barrierefrei ist, sollte man mindestens zwei Stunden einplanen. Weitere Wanderwege sind ausgeschildert.
Teufelsmauerverein sorgt für die Pflege
Der Förderverein Teufelsmauer Weddersleben e.V. wurde vor 21 Jahren mit dem Ziel gegründet, den Erhalt der Natur an der Teufelsmauer zu sichern. Es galt, ein Wegesystem zu entwickeln, Bänke aufzustellen und für die Sauberkeit zu sorgen, damit diese einzigartige Flora mit Trockenrasengebieten für die Nachwelt erhalten bleibt und Besucher sich daran erfreuen können. Auch der Teufelsmauergarten wurde angelegt. Der Teufelsmauerstieg, der von Ballenstedt bis Blankenburg alle markanten Aussichtspunkte miteinander verbindet, wurde aus der Wiege gehoben. Um diese Ziele kümmern sich 40 aktive Mitglieder.
Jedes Jahr wird auch zum Teufelsmauertag eingeladen. Dabei geht es um die Sensibilisierung der Besucher für den Erhalt der Geologie, Fauna und Flora der Teufelsmauer. Die Kräuter- und Geologiewanderung richtet sich in erster Linie an jüngere Besucher. Der Teufelsmauertag soll auch dem Zusammenhalt der an der Teufelsmauer gelegenen Ortsteile und ihrer Bewohner aller Generationen dienen.
Im September 1784 weilte Johann Wolfgang von Goethe an der Teufelsmauer, um geologische Studien durchzuführen.
© Denis Siebert
© KI generiert
Unter
sind weitere Fotos und Informationen
zur Teufelsmauer in Weddersleben
zu finden. Interessierte sollten auch bei
der Naturwunderwahl 2026 mitmachen.
Bis zum 29. September 2026 kann man
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abstimmen.