Altmark

Wo Geschichte lebendig wird

365 Fenster lassen in glanzvolle Vergangenheit des Weißenfelser Schloss Neu-Augustusburg blicken. Wie das Haus den Wandelt der Zeit bis heute lebt.

© Pressestelle Stadt Weißenfels

Ein Beitrag von
Andrea Hamann

Majestätisch erhebt sich das Schloss Neu-Augustusburg über Weißenfels im Burgenlandkreis. Seine Fassaden prägen das Stadtbild der Saalestadt, hinter den Mauern verbirgt sich eine mehr als dreieinhalb Jahrhunderte alte Geschichte.

Viele Episoden könnte das imposante Bauwerk erzählen. Sinnbildlich stehen dafür seine angeblich 365 Fenster. Ob diese Zahl exakt stimmt, ist für Besucher nebensächlich. Faszinierend ist die Ausstrahlung des Schlosses mit seinen vier Türmen.

Seine Geschichte begann nach dem Dreißigjährigen Krieg. Ab 1660 ließ Herzog August von Sachsen-Weißenfels auf den Fundamenten einer alten Burg die neue Residenz errichten. In rund 30 Jahren entstand eine der frühesten bedeutenden Barockanlagen Mitteldeutschlands, in der sich italienische Bauweise und französische Einflüsse vereinen.

Die südliche Seite des Schloss Neu-Augustusburg (links) in Weißenfels war lange unsaniert und stand leer. Derzeit wird dieser Teil zu einem Behördenstandort umgebaut.
© Pressestelle Stadt Weißenfels

 

Mit der Fertigstellung wurde Weißenfels Residenzstadt des Herzogs und Mittelpunkt des Herzogtums Sachsen-Weißenfels. Empfänge, Feste und Musik prägten das Leben. Künstler wie Philipp Krieger und Johann Sebastian Bach wirkten hier. Bach hinterließ seinen musikalischen Geist in der Schlosskirche St. Trinitatis.

Strahlend weiß erhebt sich die Fassade des Schloss Neu-Augustusburg über dem Marktplatz von Weißenfels, der von anderen historischen Häusern umrahmt wird.
© Pressestelle Stadt Weißenfels

Die von 1665 bis 1673 errichtete Kirche zählt zu den schönsten frühbarocken Kirchen Mitteldeutschlands. Mehrgeschossige Emporen, Stuckarbeiten, Schnitzereien und vergoldete Ornamente prägen den Raum. Im Mittelpunkt stehen Altar, Kanzel und historische Orgel. Hier fanden Zeremonien, Festgottesdienste und Musikaufführungen statt. Noch heute begeistert die Kirche Besucher mit ihrer besonderen Akustik.

Unterhalb der Kirche befindet sich die Kirchengruft mit 38 kunstvoll gearbeiteten Zinnsarkophagen. Mitglieder des Hauses Sachsen-Weißenfels fanden dort ihre letzte Ruhestätte. Die Gruftanlage zählt zu den bedeutendsten Deutschlands und ist eng mit der Geschichte des Schlosses verbunden.

Nach dem Ende des Herzogtums 1746 wurde das Schloss als Verwaltungsgebäude, Kaserne und teilweise als Schule genutzt. Heute vereint es Museum, Veranstaltungsort und Konzertkulisse und ist ein wichtiger touristischer Anziehungspunkt.

Im Museum werden Stadtgeschichte und die Historie des Herzogtums lebendig vermittelt. Workshops, Mitmach-Theater und Familienerlebnistage richten sich auch an junge Besucher.

Weit über die Stadt hinaus bekannt ist die Schuhausstellung. Seit 2025 setzt das Museum Weißenfels mit „everlasting – timeless footwear. Auf immer und ewig – zeitlose Schuhe“ neue Maßstäbe. Präsentiert wird die bislang umfangreichste Schau des international renommierten Schuhdesigners Kobi Levi. Rund 300 Exponate, darunter 85 Paar Schuhe, Skizzen und Werkzeuge, sind zu sehen. Damit wird Weißenfels als einstige Schuhmetropole gewürdigt. Die Ausstellung wurde aufgrund der großen Nachfrage verlängert und ist noch bis zum 10. Januar 2027 zu besichtigen.

Die Schlosskirche in Weißenfels gehört mit ihrer prächtigen Innengestaltung zu den schönsten frühbarocken Gotteshäusern in Mitteldeutschland.
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Museum Weißenfels im Schloss Neu-Augustusburg

Zeitzer Straße 4

06667 Weißenfels

Telefon: 03443 370400

E-Mail: museum@weissenfels.de

Weitere Informationen und aktuelle Öffnungszeiten: Museum Weißenfels im Schloss Neu-Augustusburg