Landkreis Wittenberg

Eine vielfach geschätzte Hofkäserei schreibt Erfolgsgeschichte

Wie es durch den einfach Wunsch nach mehr Platz für die Kinder vor mehr als 20 Jahren zu dem „Bio-Hof Pfendt“ in Pratau bei Lutherstadt-Wittenberg kam.

© Pfendts Biohof GbR

Ein Beitrag von
Andrea Hamann-Richter

Rohmilch, Joghurt, Quark, Käse – Die Vielfalt an Lebensmitteln und vor allem aber deren hochwertige Qualität werden auf dem Hof der Familie Pfendt in Pratau bei Lutherstadt-Wittenberg großgeschrieben. Es  sind Bio-Lebensmittel, weshalb die Großfamilie das Areal liebevoll auf den Namen „Bio-Hof Pfendt“ getauft hat. Wer ihn besucht, trifft auf friedlich grasende Milchschafe, eine hofeigene Käserei und einen Familienbetrieb, der weit über die Region hinaus auch für seine Schafmilchprodukte bekannt ist.

Der Hof hat eine besondere Geschichte und sie begann im Jahr 2000. Da kamen die Eltern mit ihren damals neun Kindern aus dem sächsischen Oschatz nach Pratau in die Lindenstraße. Der Grund war ein ganz Pragmatischer: „Wir brauchten wegen der vielen Kinder einfach Platz“, so Elvira Pfendt. Nach und nach verpassten sie dem Areal eine Frischekur. Die Betonwüste im Zentrum des Hofes wurde zu einer grüßen Rasenfläche mit einem Spielplatz für den Nachwuchs, Das eingefallene Dach des Nebengebäudes wurde neu eingedeckt und dabei halfen Freunde, wofür die Pfendts heute noch dankbar sind. Damals dachten sie noch nicht an eine ausgearbeitete Geschäftsidee. Sie kam im Jahr 2004 eher aus der Not heraus auf Grund der Arbeitslosigkeit von Stefan Pfendt. Die Familie fuhr in einen Urlaub nach Österreich und lernte dort, wie sie Milchschafe halten und traditionell Schafskäse herstellen kann. Die Begeisterung für diese besondere Form der Landwirtschaft war geweckt – und aus einer Urlaubsinspiration entwickelte sich nach und nach ein neues Lebenskonzept. Nach der Rückkehr begannen Pfendts nämlich, zunächst sechs Schafe zu melken und aus ihrer Milch Schafskäse zu produzieren. Und das in liebevoller Handarbeit und aus frischer Rohmilch ohne jeglichen Zusatz von Farb- und Konservferungsstoffen. Sie eigenen sich übrigens sehr für den Verzehr für Kuhmilchallergiker, laktoseunverträgliche Menschen und Neurodermitiker.

Elvira Pfendt (links) mit David Pfendt (Betriebsleiter 4. v.l.), Isaak Pfendt (Betriebsleiter 5. v.l.), Mitarbeiter Simon Geisler (rechts) und weiteren Mitgliedern ihrer großen Familie.
© Pfendts Biohof GbR

Mit der Produktion des hofeigenen Schafskäses begann die Ära auf dem Bauernhof bei Pratau. Dieser Käse ist auch gut für Kuhmilchallergiker geeignet.
© Pfendts Biohof GbR

Was zuerst noch für den Eigenverbrauch und für Freunde und Bekannte gedacht war, entwickelte sich zunehmend zu dem ökologisch bewirtschafteten Bio-Hof. Schon im Herbst 2004 schaffte die Familie zehn weitere Tiere und zwar  ostfriesische Milchschafe an und der Betrieb wurde offiziell als Ich-AG von Stefan Pfendt angemeldet. Schon im Januar des nächsten Jahres erblickten die ersten eigenen Lämmer im Stall des Licht der Welt. „Sie waren eine wunderbare Beschäftigung für unsere Kinder“, so Elvira Pfendt. Gemeinsam bauten Eltern und Kinder den Betrieb Schritt für Schritt aus. Jeder packte mit an – im Stall, auf den Weiden, in der Käserei oder beim Verkauf auf Märkten. In einem alten DDR-Badezimmer entstand eine erste kleine Käserei, in der Elvira Pfendt den Käse formte. Stefan Pfendt baute mit den älteren Söhnen einen Melkstand  und sie pachteten Grünland. Die Schafe gingen morgens auf die Weide und alle halfen mit, die am Abend wieder reinzuholen, den Haushalt in Ordnung zu halten, die Produktion am Laufen zu halten und bei Bedarf auch, die Babys zu versorgen. Die Kinder wurden groß, heirateten und schenkten ihren Eltern in den Jahren mehr als 20 Enkel. 

© Pfendts Biohof GbR

Die anfangs kleine Schafherde vergrößerte sich auch und wuchs zu einer Gruppe von etwa 100 Milchschafen heran, die während der Sommermonate auf den Elbwiesen grasen. Ergänzt wird der Betrieb heute durch Jersey-Milchkühe, Hühner, Gänse, Enten, Bienen sowie weitere Tiere, die zum vielfältigen Hofleben gehören. Während die Tischrunde in dem Haus kleiner wurde, wurden es mehr Maschinen im Betrieb. Was früher in Handarbeit geschah, wurde so nun leichter – beispielsweise durch Rundballenpressen und stärkerem Traktor. So wurde die Arbeit im Stall und in der Käserei durch weitere Modernisierungen einfacher und effektiver. Heute gibt es neben den Milchprodukten, wie den verschiedenen Käsen noch Honig, Marmelade, Seife, Zahnpasta und je nach Bestand und Saison Felle, Fleisch, Wurst Kartoffeln und weitere Produkte. Die ökologische Wirtschaftsweise bildet dabei bis heute die Grundlage des gesamten Betriebes.

Unterstützung bekommen Pfendts auch durch Jugendliche, die auf dem Hof ein Freiwilliges Ökologisches Jahr absolvieren und dabei nicht nur tatkräftig mit anpacken, sondern auch viele Erfahrungen im Umgang mit der Natur machen. Sie erleben so das Frühlingserwachen viel bewusster, die Hochsaison in der Melk- und Käsezeit, den Besuch vieler Märkte, die Ernte im Herbst, die Lamm-Zeit und die Renovierungen im Winter. Trotz der Weiterentwicklung hat ist das Grundprinzip geblieben:  Landwirtschaft als Gemeinschaftsaufgabe, getragen von Zusammenhalt und dem respektvollen Umgang mit Mensch, Tier und Natur.

© KI generiert

Öffnungszeiten Hofladen

Do.: 10:00–12:00 Uhr & 14:00–18:00 Uhr
Fr.: 10:00–12:00 Uhr & 14:00–16:00 Uhr
und nach Absprache

Kuh-Rohmilch erhältlich täglich
(telefonische Reservierung und Terminabsprache!)

Kontakt

Telefon: 03491 433 84 31
Email: info@pfendts-biohof.de
Anschrift: Pfendts Biohof
Pratauer Lindenstraße 9, 06888 Luth. Wittenberg